Radlramadama
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Viele Fahrradständer in München sind durch mutmaßlich aufgegebene Räder blockiert.
Damit wertvolle Stellflächen wieder genutzt werden können, hat der Stadtrat bereits 2016 beschlossen, dass die P+R Park & Ride GmbH für Ordnung sorgen soll. Wie wir beim Entfernen der Räder vorgehen und welche Vorteile dies bringt, erfahren Sie hier.
Zielsetzung:
🔹Mehr Platz für aktive Radfahrende
🔹Vermeidung von Behinderungen auf Gehwegen
🔹Förderung des Radverkehrs
🔹Reduzierung des Pkw-Verkehrs in der Innenstadt
Warum werden Fahrräder entfernt?
Öffentliche Fahrradständer sind oft überfüllt, viele Räder stehen scheinbar seit Monaten ungenutzt herum. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet rund 35.000 öffentliche Stellplätze an über 1.800 Standorten. Allerdings werden bis zu 15 Prozent der abgestellten Fahrräder nicht mehr aktiv genutzt. Sie nehmen Platz weg und blockieren wichtige Abstellmöglichkeiten für andere.
Nicht nur an den Fahrradständern häufen sich die ungenutzten Räder. Auch Gehwege, Grünstreifen und selbst Bäume werden von abgestellten oder vergessenen Fahrrädern gesäumt.
Ausbau der Maßnahmen
Schon seit Jahren führt das Münchner Baureferat regelmäßig im Herbst sogenannte Schrottradaktionen durch. Dabei werden offensichtliche Schrotträder und alte Fahrradteile aus den Abstellanlagen entfernt, um Platz für neue Räder zu schaffen. Angesichts der wachsenden Zahl an Radfahrenden reichte das nicht mehr aus.
Am 04. Oktober 2016 beschloss der Stadtrat daher, auch nicht mehr genutzte, aber noch funktionstüchtige Fahrräder entfernen zu lassen. Diese Aufgabe wurde uns übertragen. Nach einer mehrjährigen erfolgreichen Testphase folgte am 21. Mai 2019 die Ausweitung der Maßnahme unter dem Namen „Radlramadama“: Seitdem werden auch Gehwege sowie das Straßenbegleitgrün innerhalb des Mittleren Rings von abgestellten Rädern befreit.
Hier geht es zu den Stadtratsbeschlüssen von 2016 und 2019.
Mehr Platz für aktive Radler*innen – weniger Autos in der Stadt
Wenn Radständer nicht mehr von Schrotträdern oder ungenutzten Fahrrädern belegt sind, können aktive Radfahrer*innen ihre Räder leichter und sicherer abstellen. Gleichzeitig bleibt mehr Platz auf den Gehwegen für Fußgänger*innen.
Welche Fahrräder werden entfernt? – Klare Regeln für die Räumung
Nicht jedes abgestellte Fahrrad wird automatisch entfernt. Es wird darauf geachtet, nur solche Räder zu beseitigen, die erkennbar nicht mehr genutzt werden oder unbrauchbar sind.
Grundsätzlich werden zwei Arten von Fahrrädern entfernt:
Schrotträder: Diese Räder sind in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht mehr fahrtüchtig sind.
Aufgegebene Fahrräder: Auch funktionierende Räder können entfernt werden, wenn sie über einen längeren Zeitraum offensichtlich ungenutzt geblieben sind. Die Stadt und wir gehen in solchen Fällen davon aus, dass das Eigentum daran aufgegeben wurde.
Woran erkennt man ein aufgegebenes Fahrrad?
Ein Fahrrad gilt als aufgegeben, wenn es über Wochen oder Monate an derselben Stelle steht und typische Spuren des Nichtgebrauchs aufweist. Zu den wichtigsten Indizien gehören:
🔹 Reifenprobleme: Platter oder beschädigter Reifen
🔹 Rost & Moos: Verrostete oder vermooste Kette, kein glänzendes Kettenritzel
🔹 Verschmutzung: Staub- oder Spinnwebenbildung an Stellen, die bei Gebrauch reißen würden
🔹 Beschädigungen: Beispielsweise aufgeschlitzter Sattel, verbogene Felgen oder kaputter Kettenkasten
🔹 Fehlende Teile: Sattel, Lenker, Pedale oder sogar ganze Räder sind nicht mehr vorhanden
🔹 Veraltete Werbung & Müll: Ein verdreckter Transportkorb oder vergilbte Werbeflyer am Gepäckträger deuten darauf hin, dass das Rad schon lange nicht mehr bewegt wurde.

Beispielfoto eines Schrottrades, das sofort entsorgt werden kann

Beispielfoto eines mit Banderole markierten (mutmaßlich) aufgegebenen Fahrrads: Ab vier Wochen nach Anbringung der Banderole werden die Fahrräder mit unversehrter Banderole kostenpflichtig entfernt.
Gezielte Fahrradentfernung: So läuft die Aktion ab
Gehwege und Grünstreifen: Jährlicher Check im gesamten Stadtgebiet
Innerhalb des Mittleren Rings wird das gesamte Stadtgebiet einmal im Jahr nach ungenutzten Fahrrädern durchforstet. Um dies effizient zu gestalten, haben wir das Gebiet in über 600 Abschnitte unterteilt, die nach und nach abgearbeitet werden. Da die Maßnahme systematisch erfolgt, können einzelne Hinweise auf abgestellte Räder nicht individuell berücksichtigt werden.
Fahrradabstellanlagen: Drei Kategorien für mehr Übersichtlichkeit
Da nicht alle Abstellanlagen gleichermaßen betroffen sind, hat die Stadt München eine Kategorisierung eingeführt, die die Häufigkeit der Räumungen regelt:
Kategorie I – Brennpunkte: Alle sechs Monate im Fokus
Diese Standorte sind besonders stark frequentiert und oft überfüllt, vor allem durch Pendler*innen, die ihr Fahrrad an zentralen ÖPNV-Knotenpunkten abstellen. Viele der Räder werden nicht mehr genutzt und blockieren dringend benötigte Stellplätze.
📍 Standorte:
🔹 Marienplatz, Hauptbahnhof, Karlsplatz, Sendlinger Tor, Isartor, Odeonsplatz, Ostbahnhof
🔹 Universität, Giselastraße, Münchner Freiheit, Frankfurter Ring, Goetheplatz
📅 Turnus: Alle sechs Monate
Kategorie II – Stark frequentierte Anlagen: Einmal im Jahr aufgeräumt
Hierzu zählen Fahrradstellplätze mit hohem Verkehrsaufkommen außerhalb des Altstadtrings sowie Standorte mit besonderer Bedeutung, beispielsweise an Haltestellen von U-Bahn, S-Bahn, Tram oder Bus.
📍 Standorte:
🔹Alle Bike + Ride Anlagen an ÖPNV-Stationen
🔹Viktualienmarkt, Bayerische Staatsbibliothek, Mariahilfplatz, Pasing Zentrum und viele weitere
📅 Turnus: Jährlich
Kategorie III – Sonstige Abstellanlagen: Nach Bedarf geräumt
Diese Anlagen haben keinen direkten ÖPNV-Bezug, sind aber dennoch Teil des städtischen Fahrradnetzes. Hier wird die Situation regelmäßig überprüft, aber Räder nur dann entfernt, wenn es notwendig ist.
📍 Standorte:
🔹Pariser Platz, Baldeplatz, Technische Universität, Gisela-Gymnasium, Tierpark Hellabrunn (Haupteingang) und viele mehr
📅 Turnus: Jährliche Kontrolle, Entfernung bei Bedarf
Flexibilität je nach Situation
Je nach Auslastung der Abstellanlagen kann es an einzelnen Standorten zu Anpassungen bei den Räumungsterminen kommen. Die vollständige Liste aller betreuten Fahrradstellplätze ist online einsehbar.
Mit dieser gezielten Vorgehensweise sorgen wir im Auftrag der Stadt München dafür, dass wertvolle Abstellflächen sinnvoll genutzt werden.

Nachdem vier Wochen die Banderole unversehrt angebracht war, entfernt unser Mitarbeiter dieses Fahrrad fachgerecht.
Vorgehensweise bei der Entfernung ungenutzter Fahrräder
- Schrott-Fahrräder und nicht mehr genutzte Fahrräder werden zunächst mit einer Banderole markiert.
- Ab vier Wochen nach Anbringung der Banderole werden die Fahrräder mit unversehrter Banderole kostenpflichtig entfernt, zwei Monate gelagert und danach verwertet.
- Soweit erforderlich werden Fahrradschlösser bei der Entfernung der Fahrräder gewaltsam geöffnet.
- Fahrradwracks, also nur noch einzelne Restteile von Fahrrädern werden auch ohne Markierung entfernt und entsorgt.